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Du schaust momentan die Beiträge aus Julias Blog vom Juli 2009.

Jul

25

lang lang ist’s her

By Julia Ott

Oi, Bom dia,

nach dem ich nun schon einige Male darauf aufmerksam gemacht worden bin, dass mein Blog nicht
mehr aktuell ist, mach ich mich doch mal an die Arbeit. Ich wollte es schon länger machen, aber
das ging zeitlich einfach nicht. Die ersten zwei Wochen war ich nicht zu erreichen, weil ich
auf dem Land war und da gab es kein Internet. Sogar das Telefon ging einige Tage nicht. Aber
so ist das hier in Brasilien, man nimmt die Tage und alles eben so wie es kommt. Die sind da
einfach etwas lockerer als wir Deutschen – aber ich liebe es :-)
Und dann ist es hier in der Stadt ganz schön stressig und es bleibt am Tag nicht viel Zeit
für einen selbst. Aber nun nehme ich mir die Zeit einmal. Nur für euch :-)

Aber zu erst möchte ich einen Dank an liebe Freunde aus Brake aussprechen. Diese Woche ist euer Brief
mit den vielen lieben persönlichen Botschaften angekommen. Es war so unerwartet und sowas liebe ich.
Ich saß in meinem Zimmer – wir schlafen übrigens zu viert in einem Zimmer von Braker-Göße und ich
auf einer Matratze. Ich sage nie wieder was gegen die Zimmergröße in Brake :-)
Auf jeden Fall saß ich da nichts ahnend, erschöpft von der Arbeit als mir ein Brief gereicht wurde.
Allein schon an der Handschrift konnte ich entziffern wer das war. Als ich den Brief öffnete und gelesen
habe, kamen mir die Tränen und ich musste anfangen zu weinen, weil ich einfach so überrascht, glüclich
und überwältigt war. Danke für diese ganz liebe Freude, die so wertvoll ist, wenn man weit weg ist.

So, und nun erzähle ich euch, wie es mir geht.
Der Einstieg ist mir nicht so leicht gefallen,das habe ich mir leichter vorgestellt. Aber nun geht es mir
ganz gut. Ich habe das Gefühl, dass ich nun sogar noch besser drin bin. Ich liebe es hier und bin total gerne
hier und arbeite mit diesen Menschen zusammen.

Die ersten zwei Wochen habe ich auf dem Land verbracht. Dort war es total schön. Ich habe auch nur einmal eine
gitftige Spinne gesehen, die sah vielleicht ecklig aus, das kann ich euch sagen. Aber ansonsten war nichts weiter
dolle eckliges bei außer Karakalaken, an die ich mich schon gewöhnt habe und ein glitschiger Wurm war mal bei uns im
Zimmer morgens.
Die Zeit auf der Fazenda war schön, dort läuft das Leben viel ruhiger ab als in der Stadt. Ich hatte viel Zeit für mich
und zum Beten und Bibellesen. Und auch viel Zeit um die Ereignisse der letzten Wochen zu verarbeiten.
Es war eine sehr gute Zeit dort und ich konnte auch wieder gut in die Arbeit einsteigen. Ich war schon traurig als ich
dort weg musste, waren ja aufgrund meines Deutschlandaufenthaltes nur zwei Wochen. Auf die Farm können Leute kommen, die weg
von den Drogen, von der Straße, etc. wollen. Was die meisten Menschen hier schon alles durch gemacht haben, ist schon
echt heftig und hätte ich vieles nicht mit meinen eigenen Ohren gehört, hätte ich es wohl nicht geglaubt.

Nach diesen zwei Wochen bin ich dann erst einmal nach Rio gefahren. :-) Ist ja nicht so als bräuchte ich Urlaub, aber Rio
wollte ich schon einmal gesehen haben. Ich fand es echt schön dort. Aber schaut euch lieber die Bilder an, die sagen
mehr als viele Worte.

Und nun bin ich wieder in der Stadt und habe schon fast eine Woche hinter mir. Die Zeit vergeht so schnell, denn heute (Freitag)
genau in drei Wochen bin ich schon zu Hause. Noch zwei Wochen bin ich in der Stadt und dann ist das Praktikum auch schon
vorbei, dann steht noch eine Woche Urlaub an und dann fliege ich zurück.
Mir macht die Arbeit echt total Spass und ich habe viel Spass hier. Danke für alle Gebete, die für mich zu unserem Vater
emporsteigen. Ich bin echt dankbar dafür.
Bis bald an alle, wenn wir uns in Deutschland wieder sehen.

Jul

1

Brasilien hat mich wieder

By Julia Ott

Zwei meiner liebsten Freunde haben mich zum Flughafen gefahren,nach Frankfurt.
Dort war die Zeit geprägt von Lachen, aber auch von Abschied nehmen. Denn die letzte Woche
war so intensiv, dass es nicht leicht gefallen ist, weg zu fahren.
Wir haben so viel zusammen erlebt. Und ich habe das Gefühl, dass diese Woche viel intenisiver
in der Beziehung zu eingen war, als die vielen Jahre der Freundschaft davor.

Danke Tina und Nelli, dass ihr mich gefahren habt. Ich habe euch lieb.
Danke aber auch für die tolle Zeit mit euch zusammen, auch mit dir liebe Hanni. Ihr seid mir
so dolle ans Herz gewachsen und ich habe die Zeit mit euch in vollen Zügen genossen.
Ihr seid die besten Freunde, die man sich vorstellen kann.
Tina, jetzt würde das Zitat auf der Pommes-Tüte passen :-)

Es ist ein Geschenk, wenn man mit solchen Freunden, wie ihr es seid, beschenkt ist. Und
gerade darum fiel der Abschied auch so schwer.

Aber nun bin ich hier. Bin auch froh darüber. Heute habe ich noch nicht angefangen, aber ab
morgen geht es dann wieder los und ich fange das Prakitkum wieder an.
Der Flug war gut, ich habe die meiste Zeit geschlafen. Leider konnte ich nicht
am Fenster sitzen, so wie ich wollte. Aber naja, vielleicht das nächste Mal.
Danke, wenn du mit betest, dass ich wieder gut rein finde und eine gute Hilfe sein kann.