danken schützt vor wanken
Hallo ihr lieben. Ich melde mich mal wieder. Ich habe vor so einmal die Woche einige Infos weiter zu geben. Verzeiht mir aber,
wenn ich es nicht immer schaffe. Denn hier in der Stadt ist das noch relativ einfach,wenn ich aber in einigen Wochen aufs
Land komme, dann ist das schon schwieriger und dann kann ich nicht versprechen regelmäßig zu schreiben.
Danke, dass ihr das versteht.
Es ist kaum zu glauben, aber ab heute beginnt die 3.Woche für mich hier in Brasilien. Die Zeit hier geht echt so schnell
vorbei, weil der Tag hier so voll ist. Generell ist es so, dass es morgens so um 8.30 Uhr Frühstück gibt, danach wird dann
das Haus geputzt. Brasilianer sind da echt sehr ordentlich und putzen oft, aber das muss auch sein, denn es wird schon
schnell dreckig hier. Nach dem Putzen haben wir dann freie Zeit bis zum Mittag, dass sind so um die 2 Stunden etwa.
Um eins geht es dann schon los in die Stadt, in die CENA. Dort beginnt die Arbeit dann um zwei Uhr, jeden Tag ist anderes
Programm. Dort sind wir dann so bis um sieben Uhr und nachdem man dann noch etwa eine Stunde braucht bis man zu Hause ist,
sind wir so gegen acht, halb neun zu Hause. Aber viel geht dann nicht mehr, denn meist falle ich müde ins Bett.
So sieht hier die Woche dann für mich aus.
Mir geht es hier ganz gut, ich fühle mich wohl und bin dankbar für all die Gebete, die für mich gesprochen werden.
Vielen Dank.
So langsam komme ich in die Arbeit rein und lerne die Menschen immer mehr kennen. Und mit den Menschen auch die Geschichte,
die sich dahinter verbirgt. Und ich muss ehrlich sagen, dass es nicht immer ganz leicht ist, dies zu verarbeiten.
Manche Erlebnisse und Geschichte nehmen mich mit und ich muss über dies ein oder andere schon länger nachdenken als normal.
Aber das alles macht mich auch dankbarer für mein Leben und das ich all das, was viele Menschen hier erleben, nicht
erleben musste. Danke Gott, kann ich da nur sagen.
So, nun aber mal ein kleiner Einblick in meine letzte Woche (so fern ich mich kurz halten kann
)
Montag
Montags wird in der CENA die Obdachlosenspeisung vorbereitet. Das Essen wird gekocht, Seife wird vorbereitet und in
der Halle werden die Stühle gestellt. Ich habe mitgeholfen die Kleiderspneden zu sortieren. Manches mal ist es echt
interessant, was die Leute alles spenden.
Dienstag
Und am Dienstag kommen dann die Obdachlosen in die CENA. Alles, was am Montag vorbereitet wird, kommt nun zum Tragen. Nach
der Anmeldung versammeln sich alle in der Sporthalle, dort gibt es dann eine Andacht und etwas zu essen. Nach dem haben alle
die Möglichkeit sich zu duschen und saubere Kleidung zu erhalten.
Es war diesmal das zweite Mal, dass ich dabei sein durfte und irgendwie war es diesmal anders. Als ich die Leute so
beobachtet habe, wurde ich traurig über deren Zustand, aber auch irgendwie dankbar für mein Leben und das ich ein Zuhause
haben darf. Das mich dieses Gefühl diese Woche noch häufiger überkommen würde, habe ich an dem Tag noch nicht geahnt.
Ich habe mitgeholfen das Essen, das portionsweise feritg gemacht wird, an die Menschen zu verteilen. Wenn man dann mit dem
Tablett mit Essen in die Halle kommt, dann rufen die meisten schon und wollen, dass man ihnen das Essen bringt.
Dieses Mal konnte man sich auch die Haare schneiden lassen, was auf dem Foto zu sehen ist.
Es ist auch so schön zu sehen, wie einige so froh über die Hilfe sind und sich bedanken bevor sie gehen. Aber leider gehen
sie wieder auf die Straße, wenn sie gehen. Ein ganz trauriges Bild ist das, vor allem, wenn man die vielen Menschen auf den
Straßen sieht, die einfach so auf dem Weg liegen und schlafen.
Mittwoch
Heute habe ich zum ersten Mal Wäsche hier in Brasilien gewaschen. Und da hier mit kaltem Wasser gewaschen wird, haben wir
(mit wir meine ich die anderen Freiwilligen und ich) einige Wäsche vorgewaschen mit der Hand.
Als dann die Maschine feritg war, wir alles aufgehängt haben und froh waren nun den restlichen Vormittag zu genießen,
merkten wir, dass wir etwas ganz wichtiges vergessen haben, denn wir hatten kein Waschpulver in die Maschine getan.
Naja, dann haben wir eben etwas gespart, dachten wir und amüsierten uns prächtig über unseren kleinen Fehler ![]()
Ich finde es jetzt sogar noch lustig, wenn ich darüber nachdenke.
Am Nachmittag waren wir dann mal nicht in der CENA, sondern haben einem Missionsehepaar beim Umzug geholfen. Die beiden sind
nun hier in Sao Paulo um die Sprache zu lernen, damit sie danach in Brasilien als Missionare tätig sein können. Die beiden
haben mich echt beeindruckt. Als ich sie fragte, wie lange sie bleiben wollen, antworteten sie, dass sie eigentlich für
immer gekommen sind. Das beeindruckende dabei ist, dass sie nicht die aller jüngsten sind. Es war total toll und hat echt
Freude gemacht. Nach der Arbeit, waren wir dann noch gemeinsam was essen (Foto).
Ach ja, und was macht man, wenn es keine Margarine mehr gibt? Dann isst man zum Frühstück eben nur trockene Brötchen. Man
nimmt das Leben und den Tag eben so wie es kommt. Wie schnell hätte man sich in Deutschland drüber beschwert. Aber ich
kann euch sagen, mit einem dankbaren Herzen schmecken auch trockene Brötchen.
Donnerstag
Vormittags waren wir shoppen. Zählt ja normal nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen,aber einmal muss man, ne
kleiner
Scherz. Wir waren schon einige Male in der Stadt und trotzdem noch nicht überall. Hier sei auch noch gesagt, dass ich mir
rosa Havaianas (Flip Fliops) gekauft habe ![]()
Bevor wir jedoch in die Stadt gingen, haben wir uns die Kathedrale in Sao Paulo angeschaut (Fotos).
Nach dem Einkauf hat man ja auch Hunger und so suchten wir uns etwas nettes, wo man gut und günstig essen kann. Interessant,
wie Angestellte der verschiedenen Imbisse uns versuchten in ihr Geschäft zu locken, man wird fast genötigt rein zu gehen.
Auf jeden Fall haben wir dann was gefunden und uns für die Arbeit gestärkt.
Zu der Arbeit der CENA gehört es auch Transvestiten zu besuchen. Dort bin ich heute mal mit gegangen, was auch eine sehr
interessante Erfahrung für mich war. Denn auch bei diesem Einsatz konnte ich Gott nicht oft genug dafür danken, dass ich in
guten Verhältnissen aufgewachsen bin.
Nach diesem Einsatz war ich dann noch in der CENA, wo heute die Kinder aus der Nachbarschaft waren, für die ein Programm
geboten wird. Kinder aus kaputten Verhältnissen, die in solchen Häusern wohnen, in denen ich am frühen Nachmittag war.
Und auch da durfte ich einfach wieder Danbarkeit üben. Dankbarkeit für mein Zuhause und das ich gut und behütet aufegwachsen
bin.
Das das so eine Woche, eine Woche der Dankbarkeit werden würde, habe ich nicht geahnt. Aber ich glaube, dass das ein gutes
Motto für meine Woche hier ist.
Freitag
Freitags war dann wieder der Mitarbeitergottesdienst in der CENA. Heute habe ich gelernt, wie man brasilianischen Kaffee kocht,
mit 5 Löffeln Kaffepulver und 8 Löffel Zucker pro Kanne. Ich müsste eigentlich ein Loblied auf eine Kaffeemaschine singen, wir
haben nämlich ohne Maschine Kaffee gemacht.
Es gibt zwei Dinge, die ich hier vermisse und zwar eine gute Tasse Kaffee (hierbei ein Dank an Andi und die vielen Kaffees,die
wir auf dem Flur getrunken haben) und einen Riegel Mars. Ich habe die Süßigkeiten Läden abgesucht nach Mars, aber es gibt
keine. Es gibt TWix und viele andere deutsche Schokolade, aber kein Mars. Das sind die Dinge, die ich als allererstes in
Deutschland zur Hand nehme, eine Tasse Kaffe mit einem Riegel Mars (p.s. vielleicht denkt mein “Abholdienst” ja daran, wenn
wir wieder in Deutschland landen
)
Samstag
Oh ja, am Samstag wird immer ganz groß geputzt. Solch einen Hausputz habe ich in Deutschland nur beim Grundputz in der
Bibelschule vor den Freizeiten mitgemacht. Und hier machen wir das einmal die Woche. Es wird wirklich alles geputzt, so dass
kein Körnchen Staub mehr auf dem Fußboden liegt.
Danach sind wir in Santo Andre in die Stadt gegangen, das ist der Teil von Sao Paulo wo ich wohne. Wir waren in einem Park,
der echt wunderschön ist. Da gibt es unter anderem einen riesigen Baum (siehe Foto) und andere tolle Sachen, das ist ein
echt schöner Park. Und wir waren in einem Shopping-Center, das riesen groß ist und im Verhältnis zu anderen Geschäften in der
Stadt, teuer. Wenn man da drin ist, denkt man überhaupt nicht, dass man in Südamerika ist. Ganz lustig ist, dass es
dort ein deutsches Restaurant gibt, wo man Kassler, Kartoffeln mit Bockwurst und Krautsalat essen kann und noch vieles mehr.
Das war echt lustig, denn auch das Innenleben war so ein bisschen im deutschen Stil ![]()
Außer etwas zu essen haben wir uns dann nicht gekauft. Dafür sind wir lieber nach draußen gegangen, auf einen Markt.
Am Abend waren wir dann auf einer Veranstaltung von einer Gemeinde, open Air (das heißt draußen unter freiem Himmel -
Erklärung für meine Mama). Mit einem anschließenden Konzert, das ich total toll fand (siehe Fotos).
Sonntag
Ja, und nun ist schon wieder Sonntag. Frühstück war um neun mit einer “kleinen” Andacht von fast einer Stunde, die der Leiters
des Hauses gehalten hat. Er hat uns alle neu dazu aufgefordert einen heiligen Lebensstil zu führen und uns ganz Gott hin zu geben. Das
war echt ermutigend und herausfordernd. Und wenn ich diese Zeilen hier fertig geschrieben habe, dann dauert es nicht mehr
lange und wir gehen zum Gottesdienst. Lustig, wenn wir zum Gottesdienst gehen, dann geht ihr in Deutschland schon schlafen
oder schlaft schon
Das war meine zweite Woche in Brasilien. Ich konnte mich leider doch nicht so kurz halten
Aber ich hätte noch viel mehr
zu erzählen, denn all das, was man jeden Tag an Eindrücken mitbekommt ist echt eine Menge und manchmal kann sogar
ich nicht alles in Worte fassen.
Gebet
Wenn du mich im Gebet unterstützen möchtest, dann kannst du für genau das beten, dass ich die Eindrücke verarbeiten kann.
Und das Gott mein Herz verändert, vor allem in der Hinsicht, dass ich dankbarer werde für all das was ich haben darf.
Du kannst auch gerne weiterhin dafür beten, dass ich die Sprache lerne. Ich merke, dass ich da immer mehr und mehr rein
komme, dadurch das ich jeden Tag damit in Kontakt bin. Es wäre aber schön, wenn ich noch mehr verstehen könnte, um auch
Gespräche führen zu können. Aber auch wenn ich die Sprache noch nicht so kann, weiß ich, dass ich hier richtig bin
und das Gott mich auch so gebrauchen kann. Denn man kann Gott unabhängig von Sprache dienen.








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