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By Julia Ott

Wie schnell geht es doch bei uns Menschen, dass Dinge ganz alltäglich und fast normal werden. Da tut es gut, Tage zu haben, die einem sagen: Es ist nicht normal, es ist nichts alltägliches!
Heute ist so ein Tag, es ist der Tag, an dem Anita Geburtstag hätte. Und gerade an diesem heutigen Tag denkt man an die furchtbaren Ereignisse im Sommer zurück. Und es wird einem wieder ganz neu bewusst,dass es wahr ist, dass ich ihr nicht mehr zum Geburtstag gratulieren kann, weil sie nicht mehr da ist.
Gleichzeitig denke ich aber auch auch gerne an unsere Freundschaft und unsere gemeinsame Zeit in Brake zurück, auch wenn dies nicht ohne eine Träne in den Augen geschehen kann.
Für mich war es immer wieder aufs Neue ein riesen Geschenk von Gott, dass ich sie als Freundin haben durfte. In vielerlei Hinsicht hat sie mich geprägt und herausgefordert. Unser letztes Gespräch war über Skype, als ich in Brasilien war. Ich erinnere mich noch ganz genau, dass es ihr ein riesen großes Anliegen war, dass ich durch meinen Auslandsaufenthalt positiv geprägt werde. Sie war die, die mich am meisten ermutigt hat ins Ausland zu gehen und die wie kein anderer mit gefiebert hat. Sie hat mich in dieser Hinsicht nicht nur emotional unterstützt, sondern auch im Gebet. Und ich muss sagen,dass es geklappt hat und das es bestimmt auch ein Verdienst von ihr war, dass meine Liebe fürs Ausland in diesem Sommer geweckt wurde. Ich hätte ihr so gerne dafür gedankt.
Sie hatte immer ein Auge dafür, wenn es einem mal nicht so gut ging und half dann so gut sie konnte. Ich erinnere mich an eine Situation, in der sie mich an die Hand genommen und begleitet hat, bis ich wieder alleine gehen konnte. Ohne ihre Hilfe wäre diese Phase meines Lebens nicht so verlaufen, wie sie es ist.
Aber am allermeisten hat mich immer wieder erstaunt, was für eine Liebe sie für Jesus hatte. In dieser Hinsicht war, und wird sie es auch immer bleiben, ein großes Vorbild für mich. Sie hat es geschafft meinen Blick, weg von meinen Sorgen und Ängsten, hin auf Jesus zu wenden. Wie oft ich diesen Satz von ihr hörte: “Schau auf Jesus!”
Anita, danke für deine Freundschaft und deine Begleitung auf dem kleinen Stück meines Lebensweges. Ich werde dich immer in guter Erinnerung behalten. Ich vermisse dich sehr und wünschte, ich könnte die Zeit zurück drehen und alles ungeschehen machen.
Ich freue mich, dich eines Tages im Himmel wieder zu sehen. Zu wissen, dass du nun bei unserem himmlischen Vater bist, ist ein großes Trost, doch der Schmerz des Verlustes bleibt. Und gerade heute wird einem bewusst,dass ein wichtiger Teil im Leben nun fehlt.
By Julia Ott


Während meiner Zeit auf der Bibelschule habe ich zwei ganz ganz wundervolle Freunde gewonnen. Gerade im letzten Jahr der Bibelschule, und vor allem nach dem Verlust zwei lieber Freunde im Sommer, sind mir Beziehungen, und gerade diese zwei Freundinnen, sehr sehr wichtig geworden.
In diesem Sommer hat Gott unsere Freundschaft auf ganz wunderbare Art vertieft und reifen lassen. Manchmal frage ich mich, ob im Leben immer schreckliche Dinge passieren müssen, bis wir begreifen, was das eigentlich wichtige im Leben ist. Es ist doch viel wichtiger in Menschen zu investieren als in die vielen Geschäftigkeiten, die uns im Alltag gefangen nehmen und uns die Zeit rauben für den Nächsten.
Anita und Rita haben es mir vorgelebt. Für sie war der Mensch, der ihnen gegenüber stand der wichtigste in diesem Moment. Das habe ich auch in Brasilien so geliebt, dass der Mensch was zählt und das die Arbeit hinter Menschen gestellt wird. Wie oft war es bei mir im Leben anders und ist es bei vielen auch heute noch so.
Die Freundschaft, die Gott zwischen uns dreien geschaffen hat ist herrlich und prächtig.
Herrlich und prächtig ist es einen Freund zu haben, der bei mir bleibt, der auf mich wartet, wenn ich fortgehe und der da ist, wenn ich wieder komme,
Herrlich und prächtig ist es einen Freund zu haben, der Zeit für mich hat und gerade dann, wenn ich es am allermeisten brauche.
Herrlich und prächtig ist es einen Freund zu haben, der unabgelenkt zuhört und der Vertrauen zu mir hat.
Herrlich und prächtig ist es eine Freundschaft zu haben, die auch durch mein Versagen nicht zu Bruch geht. Eine Freundschaft, in der ich sein kann, wer ich bin.
Herrlich und prächtig ist es eine Freundschaft zu haben, die nicht an Bedingungen geknüpft ist. Die wahrhaftig ist und mich nicht täuscht.
Herrlich und prächtig ist es einen Freund zu haben, der offen und zur rechten Zeit auch über Fehler und Schwächen spricht. Und dabei ist er behutsam, hilfreich und bereit zu vergeben.
Herrlich und prächtig ist es einen Freund zu haben, der mir beisteht, wenn ich den Weg nicht mehr weiß und verzweifelt bin. Der mir Hoffnung zu spricht, wenn ich keine Hoffnung mehr habe.
Herrlich und prächtig ist es eine Freundschaft zu haben, in der wir uns gegenseitig tragen, ermutigen, aufbauen und ermahnen.
Doch am herrlichsten und prächtigsten ist es einen Freund zu haben, der den gleichen Vater im Himmel hat und mit dem man miteinander und füreinander beten kann. Selbst die Distanz kann einen davon nicht abbringen.
Herrlich und prächtig ist es, dass ich unter vielen Menschen solche Freunde gefunden haben. Danke, Gott im Himmel, für dieses wunderbare Geschenk der Freundschaft.
By Julia Ott
Hallo ihr lieben,
dies wird dann wohl meine letzte nachricht aus Brasilien sein, denn ab Freitag bin ich wieder in Deutschland und dann lade ich auch andere Fotos,vor allem vom Urlaub, hoch. Versprochen. Dem ein oder anderen zeige ich sie auch persönlich und erzähle dann ganz viel.
Ich bin im Moment in Florianopolis und mache Urlaub. Es ist wunderschön hier.Es ist zwar Winter, aber am Samstag war es so warm, da habe ich eine Wanderung zu einem einsamen Strand gemacht. Dazu musste man über einen Berg und die Aussicht war einfach traumhaft – gar nicht zu beschreiben. Auf jeden Fall war es da schön warm, fast wie in Deutschland der Sommer,so ist hier der Winter an manchen Tagen. Aber im Meer baden,dafür war es dann doch zu kalt,ich war nur einmal kurz drinnen. Aber heute ist schon der letzte Tag. Die Nacht bin ich dann im Bus auf dem Weg nach Sao Paulo,eine 11 Stunden Busfahrt wartet da auf mich.
Ab Dienstag bin ich dann wieder in der Großstadt und dann heißt es Koffer packen und Abschied nehmen, denn am Donnerstag geht es Richtung Deutschland. Im Moment ist meine größte Sorge, dass alles in die zwei Koffer passt und das ich die vorgeschriebenen Kilos nicht überschreite. Habe hier nämlich schon so einige Sachen gekauft.
Naja, auf jeden Fall sehen wir uns dann am Ende der Woche in Deutschland wieder.
By Julia Ott
Zwei meiner liebsten Freunde haben mich zum Flughafen gefahren,nach Frankfurt.
Dort war die Zeit geprägt von Lachen, aber auch von Abschied nehmen. Denn die letzte Woche
war so intensiv, dass es nicht leicht gefallen ist, weg zu fahren.
Wir haben so viel zusammen erlebt. Und ich habe das Gefühl, dass diese Woche viel intenisiver
in der Beziehung zu eingen war, als die vielen Jahre der Freundschaft davor.
Danke Tina und Nelli, dass ihr mich gefahren habt. Ich habe euch lieb.
Danke aber auch für die tolle Zeit mit euch zusammen, auch mit dir liebe Hanni. Ihr seid mir
so dolle ans Herz gewachsen und ich habe die Zeit mit euch in vollen Zügen genossen.
Ihr seid die besten Freunde, die man sich vorstellen kann.
Tina, jetzt würde das Zitat auf der Pommes-Tüte passen
Es ist ein Geschenk, wenn man mit solchen Freunden, wie ihr es seid, beschenkt ist. Und
gerade darum fiel der Abschied auch so schwer.
Aber nun bin ich hier. Bin auch froh darüber. Heute habe ich noch nicht angefangen, aber ab
morgen geht es dann wieder los und ich fange das Prakitkum wieder an.
Der Flug war gut, ich habe die meiste Zeit geschlafen. Leider konnte ich nicht
am Fenster sitzen, so wie ich wollte. Aber naja, vielleicht das nächste Mal.
Danke, wenn du mit betest, dass ich wieder gut rein finde und eine gute Hilfe sein kann.
By Julia Ott
..Ihr Lieben…
Aufgrund des gegebenen Anlasses fliege ich nach Hause.
Ich breche nicht ab, ich mache nur eine Pause.
Im Moment warte ich auf den Flug nach Deutschland.
Ich wäre am liebsten jetzt schon bei euch um gemeinsam zu sein.
Ich bitte euch für mich zu beten, dass ich gut zu euch komme und dann auch wieder zurück.
Ich habe euch alle gern und würde einen jeden gerne drücken.
IM Herrn sind wir alle miteinander verbunden.
By Julia Ott
Hallo ihr lieben,
heute nur ganz kurz. Mir geht es richtig gut. Danke an Gott.
Am Montag gehe ich auf die Reha-Farm und bin dann knappe fuenf Wochen nicht erreichbar. Werde dann auch nichts mehr schreiben koennen.
Betet weiter fuer mich. Danke.
Machts Gut.Bis in einigen Wochen
By Julia Ott
Die Zeit vergeht so schnell. Kaum habe ich euch von einer Woche erzählt, kommt auch schon die nächste.
Aber dieses Mal möchte ich euch nur von einer Sache erzählen, die mir in der letzten Woche besonders ans Herz gegangen ist.
Und die ziemlich zum Nachdenken gebracht hat.
In der letzten Woche gab es immer wieder Ereignisse, die mich fast oder zum Weinen gebracht haben.
Zum einen war da die Mutter mit ihrem kleinen Sohn, die zur Obachlosenspeisung gekommen sind. Und zum anderen waren es dieses
Mal auch so viele Menschen, fast 200 Obdachlose kamen zur Speisung. Ich habe dieses Mal geholfen die Kleidung an die
einzelnen zu verteilen. Das war ganz witzig, denn nicht immer wusste ich, was sie wollten und so wurde das zu einem kleinen
Ratespiel
Zum Ende hin gingen uns die langen Hosen und warmen Pullis aus, so dass wir den letzten Kurze Sachen geben
mussten, die nicht für den Winter geeignet sind. Das tat mir so leid, denn es wird hier in der Nacht manches Mal bis zu
NUll Grad. Einige erzählten sogar, dass sie im Stehen schlafen, da es auf dem Boden zu kalt ist.
Aber das absolut prägendste Eriegnis für mich war der Straßeneinsatz am Freitagabend. Eine Gemeinde ist gekommen und wir
haben sie bei dem Einsatz unterstützt. Es wurden Hot Dogs, Heiße Schokolade und ein süßes Getränk vorbereitet. Dann ging es
auf die Straße. Diese Sachen haben wir dann an die Obdachlosen verteilt und ihnen auch ein kleines Büchlein mit gegeben.
Wir gingen also los, noch bevor wir wirklich da waren, wo wir hin wollten, hatten wir schon ziemlich viele Sachen zu essen
verteilt. Doch dann waren wir in der Straße, wo die eigentliche Aktion laufen sollte.
Ihr könnt euch dieses Bild nicht vorstellen, es ist einfach schrecklich. Ich musste so mit meinen Tränen kämpfen. Auch jetzt
noch habe ich dieses Bild im Kopf. Es hat irgendwie auch meine Einstellung vielem gegenüber verändert.
Wir kamen also an dieser Straße an, die nicht klein war und von der es viele in Sao Paulo gibt.
Eine Mutter mit einem ganz kleinen Baby kam auf uns zu um für sich und das Kind was zu essen zu bekommen. Kinder sitzen
zwischen de Erwachsenen. Sie sind noch so jung und doch schon so erwachsen. Auf beiden Straßenseiten saßen die Menschen dicht
nebeneinander und saßen einfach nur da. Nicht einmal die Hälfte konnten wir mit Essen versorgen.
Ihr hättet die Augen sehen müssen als sie auf uns zu kamen und nach Essen fragten und wir sagen mussten, dass wir nichts mehr
haben. Wir haben so viel vorbereitet und es hat trotzdem nicht gereicht allen etwas zu geben.
Auf dem Weg zurück konnte ich dieses Bild einfach nicht los werden. Zu Sehen in welchen Verhältnissen die Menschen leben,
welches Elend sie Tag für Tag umgibt. Und dann zu sehen, wie ich lebe und wie gut es mir geht.
Manches Mal stellt sich mir die Frage, wie ich mein Leben einfach so weiter leben kann, wo es doch so viel Leid auf dieser
Welt gibt.
Und dann zu sehen, wie Leute aus diesem Dreck raus kommen und ein neues Leben beginnen. Welch eine Dankbarkeit sie haben,
weil Jesus sie gerettet hat. Sie freuen sich und zeigen diese Freude auch. Und wenn ich das so sehe, dann schaue ich mein
Leben an und frage mich, ob ich genauso dankbar bin. Warum zeigen wir unsere Freude über die Errettung nicht viel mehr. Wenn
wir hier singen, dann klatscht man und tanzt. Es herrscht so eine Freude,die man ihnen abspüren kann. Ich wünsche mir das
auch und das will ich von ihnen lernen, dass ich begeisterter dafür bin, was Jesus am Kreuz für mich getan hat.
Das war so, dass was für mich total prägend war. Klar gibt es noch viele andere Sachen, aber ich will euch nicht immer
überstrapazieren. Darum diesmal etwas kürzer
Vielleicht noch einige Dinge in Kürze, die schön waren in der letzten Woche. Ich war am Samstag mit auf einer brasilianischen
Hochzeit. War interessant zu sehen, aber ich glaube mir gefallen die deutschen etwas besser 
Die Hochzeit ging erst abends um sieben uhr los. Zuerst in der Kirche, dort wird standesamtlicher und kirchlicher Teil
gemeinsam abgehnadelt. Das war toll, denn das finde ich auch besser so. Und danach geht es dann los zum Fest. DIe
Hochzeitstorte ist nur aus Plastik und nur fürs Foto wichtig
Zum esen gibt es eine andere, die aber auch gut war.
Ansonsten werden dort einfach nur Fotos gemacht und viel getanzt. Das war auch schön und hat Spass gemacht. Wir waren mit
dem ganzen Haus da und hatten echt viel Spass.
Und am Sonntag war dann hier ein Fest. Der 15. Geburtstag der Tochter des Ehemaligen Leiters des Hauses hier.
Der 15. Geburtstag wird hier immer ganz groß gefeiert. Warum weiss ich nicht. Auf jeden Fall habe ich dann so ein typisch
brasilianisches Grillfest mit bekommen und das war richtig cool. Es gab so viel zu essen und total viel Fleisch,dass so
lecker war.
Und jetzt noch was für die Frauen
Ich habe mir zwei Abendkleider gekauft und das Beste daran ist, dass eins nicht mal
20 Euro gekostet hat
Das war total ungeplant, aber als ich die im Geschäft sah und den Preis erfahren habe, dann musste
ich anprobieren und die haben auf Anhieb gepasst. Super, oder? Ich habe mich voll gefreut. Also, wer auch immer demnächst
heiraten will, der daf ruhig, denn ich habe jetzt was zum Anziehen
So, dass wars jetzt aber wirklich. Mir bleibt nur noch zu sagen, dass es mir hier sehr sehr gut geht und ich mich manchmal
ärger, dass ich nur für drei Monate hier bin.
Danke auch weiterhin für dein Gebet.
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unser Haus
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das musste sein :-)
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Die Strasse, wo ich wohne und der Bus mit dem wir unterwegs sind
By Julia Ott
Hallo ihr lieben. Ich melde mich mal wieder. Ich habe vor so einmal die Woche einige Infos weiter zu geben. Verzeiht mir aber,
wenn ich es nicht immer schaffe. Denn hier in der Stadt ist das noch relativ einfach,wenn ich aber in einigen Wochen aufs
Land komme, dann ist das schon schwieriger und dann kann ich nicht versprechen regelmäßig zu schreiben.
Danke, dass ihr das versteht.
Es ist kaum zu glauben, aber ab heute beginnt die 3.Woche für mich hier in Brasilien. Die Zeit hier geht echt so schnell
vorbei, weil der Tag hier so voll ist. Generell ist es so, dass es morgens so um 8.30 Uhr Frühstück gibt, danach wird dann
das Haus geputzt. Brasilianer sind da echt sehr ordentlich und putzen oft, aber das muss auch sein, denn es wird schon
schnell dreckig hier. Nach dem Putzen haben wir dann freie Zeit bis zum Mittag, dass sind so um die 2 Stunden etwa.
Um eins geht es dann schon los in die Stadt, in die CENA. Dort beginnt die Arbeit dann um zwei Uhr, jeden Tag ist anderes
Programm. Dort sind wir dann so bis um sieben Uhr und nachdem man dann noch etwa eine Stunde braucht bis man zu Hause ist,
sind wir so gegen acht, halb neun zu Hause. Aber viel geht dann nicht mehr, denn meist falle ich müde ins Bett.
So sieht hier die Woche dann für mich aus.
Mir geht es hier ganz gut, ich fühle mich wohl und bin dankbar für all die Gebete, die für mich gesprochen werden.
Vielen Dank.
So langsam komme ich in die Arbeit rein und lerne die Menschen immer mehr kennen. Und mit den Menschen auch die Geschichte,
die sich dahinter verbirgt. Und ich muss ehrlich sagen, dass es nicht immer ganz leicht ist, dies zu verarbeiten.
Manche Erlebnisse und Geschichte nehmen mich mit und ich muss über dies ein oder andere schon länger nachdenken als normal.
Aber das alles macht mich auch dankbarer für mein Leben und das ich all das, was viele Menschen hier erleben, nicht
erleben musste. Danke Gott, kann ich da nur sagen.
So, nun aber mal ein kleiner Einblick in meine letzte Woche (so fern ich mich kurz halten kann
)
Montag
Montags wird in der CENA die Obdachlosenspeisung vorbereitet. Das Essen wird gekocht, Seife wird vorbereitet und in
der Halle werden die Stühle gestellt. Ich habe mitgeholfen die Kleiderspneden zu sortieren. Manches mal ist es echt
interessant, was die Leute alles spenden.
Dienstag
Und am Dienstag kommen dann die Obdachlosen in die CENA. Alles, was am Montag vorbereitet wird, kommt nun zum Tragen. Nach
der Anmeldung versammeln sich alle in der Sporthalle, dort gibt es dann eine Andacht und etwas zu essen. Nach dem haben alle
die Möglichkeit sich zu duschen und saubere Kleidung zu erhalten.
Es war diesmal das zweite Mal, dass ich dabei sein durfte und irgendwie war es diesmal anders. Als ich die Leute so
beobachtet habe, wurde ich traurig über deren Zustand, aber auch irgendwie dankbar für mein Leben und das ich ein Zuhause
haben darf. Das mich dieses Gefühl diese Woche noch häufiger überkommen würde, habe ich an dem Tag noch nicht geahnt.
Ich habe mitgeholfen das Essen, das portionsweise feritg gemacht wird, an die Menschen zu verteilen. Wenn man dann mit dem
Tablett mit Essen in die Halle kommt, dann rufen die meisten schon und wollen, dass man ihnen das Essen bringt.
Dieses Mal konnte man sich auch die Haare schneiden lassen, was auf dem Foto zu sehen ist.
Es ist auch so schön zu sehen, wie einige so froh über die Hilfe sind und sich bedanken bevor sie gehen. Aber leider gehen
sie wieder auf die Straße, wenn sie gehen. Ein ganz trauriges Bild ist das, vor allem, wenn man die vielen Menschen auf den
Straßen sieht, die einfach so auf dem Weg liegen und schlafen.
Mittwoch
Heute habe ich zum ersten Mal Wäsche hier in Brasilien gewaschen. Und da hier mit kaltem Wasser gewaschen wird, haben wir
(mit wir meine ich die anderen Freiwilligen und ich) einige Wäsche vorgewaschen mit der Hand.
Als dann die Maschine feritg war, wir alles aufgehängt haben und froh waren nun den restlichen Vormittag zu genießen,
merkten wir, dass wir etwas ganz wichtiges vergessen haben, denn wir hatten kein Waschpulver in die Maschine getan.
Naja, dann haben wir eben etwas gespart, dachten wir und amüsierten uns prächtig über unseren kleinen Fehler 
Ich finde es jetzt sogar noch lustig, wenn ich darüber nachdenke.
Am Nachmittag waren wir dann mal nicht in der CENA, sondern haben einem Missionsehepaar beim Umzug geholfen. Die beiden sind
nun hier in Sao Paulo um die Sprache zu lernen, damit sie danach in Brasilien als Missionare tätig sein können. Die beiden
haben mich echt beeindruckt. Als ich sie fragte, wie lange sie bleiben wollen, antworteten sie, dass sie eigentlich für
immer gekommen sind. Das beeindruckende dabei ist, dass sie nicht die aller jüngsten sind. Es war total toll und hat echt
Freude gemacht. Nach der Arbeit, waren wir dann noch gemeinsam was essen (Foto).
Ach ja, und was macht man, wenn es keine Margarine mehr gibt? Dann isst man zum Frühstück eben nur trockene Brötchen. Man
nimmt das Leben und den Tag eben so wie es kommt. Wie schnell hätte man sich in Deutschland drüber beschwert. Aber ich
kann euch sagen, mit einem dankbaren Herzen schmecken auch trockene Brötchen.
Donnerstag
Vormittags waren wir shoppen. Zählt ja normal nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen,aber einmal muss man, ne
kleiner
Scherz. Wir waren schon einige Male in der Stadt und trotzdem noch nicht überall. Hier sei auch noch gesagt, dass ich mir
rosa Havaianas (Flip Fliops) gekauft habe 
Bevor wir jedoch in die Stadt gingen, haben wir uns die Kathedrale in Sao Paulo angeschaut (Fotos).
Nach dem Einkauf hat man ja auch Hunger und so suchten wir uns etwas nettes, wo man gut und günstig essen kann. Interessant,
wie Angestellte der verschiedenen Imbisse uns versuchten in ihr Geschäft zu locken, man wird fast genötigt rein zu gehen.
Auf jeden Fall haben wir dann was gefunden und uns für die Arbeit gestärkt.
Zu der Arbeit der CENA gehört es auch Transvestiten zu besuchen. Dort bin ich heute mal mit gegangen, was auch eine sehr
interessante Erfahrung für mich war. Denn auch bei diesem Einsatz konnte ich Gott nicht oft genug dafür danken, dass ich in
guten Verhältnissen aufgewachsen bin.
Nach diesem Einsatz war ich dann noch in der CENA, wo heute die Kinder aus der Nachbarschaft waren, für die ein Programm
geboten wird. Kinder aus kaputten Verhältnissen, die in solchen Häusern wohnen, in denen ich am frühen Nachmittag war.
Und auch da durfte ich einfach wieder Danbarkeit üben. Dankbarkeit für mein Zuhause und das ich gut und behütet aufegwachsen
bin.
Das das so eine Woche, eine Woche der Dankbarkeit werden würde, habe ich nicht geahnt. Aber ich glaube, dass das ein gutes
Motto für meine Woche hier ist.
Freitag
Freitags war dann wieder der Mitarbeitergottesdienst in der CENA. Heute habe ich gelernt, wie man brasilianischen Kaffee kocht,
mit 5 Löffeln Kaffepulver und 8 Löffel Zucker pro Kanne. Ich müsste eigentlich ein Loblied auf eine Kaffeemaschine singen, wir
haben nämlich ohne Maschine Kaffee gemacht.
Es gibt zwei Dinge, die ich hier vermisse und zwar eine gute Tasse Kaffee (hierbei ein Dank an Andi und die vielen Kaffees,die
wir auf dem Flur getrunken haben) und einen Riegel Mars. Ich habe die Süßigkeiten Läden abgesucht nach Mars, aber es gibt
keine. Es gibt TWix und viele andere deutsche Schokolade, aber kein Mars. Das sind die Dinge, die ich als allererstes in
Deutschland zur Hand nehme, eine Tasse Kaffe mit einem Riegel Mars (p.s. vielleicht denkt mein “Abholdienst” ja daran, wenn
wir wieder in Deutschland landen
)
Samstag
Oh ja, am Samstag wird immer ganz groß geputzt. Solch einen Hausputz habe ich in Deutschland nur beim Grundputz in der
Bibelschule vor den Freizeiten mitgemacht. Und hier machen wir das einmal die Woche. Es wird wirklich alles geputzt, so dass
kein Körnchen Staub mehr auf dem Fußboden liegt.
Danach sind wir in Santo Andre in die Stadt gegangen, das ist der Teil von Sao Paulo wo ich wohne. Wir waren in einem Park,
der echt wunderschön ist. Da gibt es unter anderem einen riesigen Baum (siehe Foto) und andere tolle Sachen, das ist ein
echt schöner Park. Und wir waren in einem Shopping-Center, das riesen groß ist und im Verhältnis zu anderen Geschäften in der
Stadt, teuer. Wenn man da drin ist, denkt man überhaupt nicht, dass man in Südamerika ist. Ganz lustig ist, dass es
dort ein deutsches Restaurant gibt, wo man Kassler, Kartoffeln mit Bockwurst und Krautsalat essen kann und noch vieles mehr.
Das war echt lustig, denn auch das Innenleben war so ein bisschen im deutschen Stil 
Außer etwas zu essen haben wir uns dann nicht gekauft. Dafür sind wir lieber nach draußen gegangen, auf einen Markt.
Am Abend waren wir dann auf einer Veranstaltung von einer Gemeinde, open Air (das heißt draußen unter freiem Himmel -
Erklärung für meine Mama). Mit einem anschließenden Konzert, das ich total toll fand (siehe Fotos).
Sonntag
Ja, und nun ist schon wieder Sonntag. Frühstück war um neun mit einer “kleinen” Andacht von fast einer Stunde, die der Leiters
des Hauses gehalten hat. Er hat uns alle neu dazu aufgefordert einen heiligen Lebensstil zu führen und uns ganz Gott hin zu geben. Das
war echt ermutigend und herausfordernd. Und wenn ich diese Zeilen hier fertig geschrieben habe, dann dauert es nicht mehr
lange und wir gehen zum Gottesdienst. Lustig, wenn wir zum Gottesdienst gehen, dann geht ihr in Deutschland schon schlafen
oder schlaft schon
Das war meine zweite Woche in Brasilien. Ich konnte mich leider doch nicht so kurz halten
Aber ich hätte noch viel mehr
zu erzählen, denn all das, was man jeden Tag an Eindrücken mitbekommt ist echt eine Menge und manchmal kann sogar
ich nicht alles in Worte fassen.
Gebet
Wenn du mich im Gebet unterstützen möchtest, dann kannst du für genau das beten, dass ich die Eindrücke verarbeiten kann.
Und das Gott mein Herz verändert, vor allem in der Hinsicht, dass ich dankbarer werde für all das was ich haben darf.
Du kannst auch gerne weiterhin dafür beten, dass ich die Sprache lerne. Ich merke, dass ich da immer mehr und mehr rein
komme, dadurch das ich jeden Tag damit in Kontakt bin. Es wäre aber schön, wenn ich noch mehr verstehen könnte, um auch
Gespräche führen zu können. Aber auch wenn ich die Sprache noch nicht so kann, weiß ich, dass ich hier richtig bin
und das Gott mich auch so gebrauchen kann. Denn man kann Gott unabhängig von Sprache dienen.
By Julia Ott
2.Woche
Seit zwei Tagen bin ich nun schon in das Familienhaus umgezogen, genaugenommen seit Samstag.Das heißt, dass ich nun mit Brasilianern zusammen lebe, davor habe ich ja bei deutschen Missionare gewohnt. Und das heißt auch, dass ich nun mehr oder weniger gezwungen bin portugiesisch zu reden.
Aber es ist auch gut, denn man kommt viel besser in die Sprache rein und bekommt ein Gefühl dafür.
Zu dritt schlafen wir in dem Zimmer und haben auch einen Balkon, die Tür dazu ist total schön, so wie man sich das in solchen Ländern immer vorstellt, leider fehlen bei uns zwei Fenstergläser in der Tür. Kurzer Hand haben wir dann Pappe dran geklebt. Typisch eben
Und das Bettzeug wird morgens in den Schrank getan, denn ansonsten gilt
es als unordentlich und auch werden keine Bilder oder Fotos aufeghängt,außer sie sind in einem Rahmen, denn alles andere ist auch unordentlich. Seltsam, ist aber so. Und was man in öffentlichen Räumen liegen lässt gehört allen und wird dann von allen benutzt, darum alle Sachen immer wieder ins Zimmer bringen.
Am Freitag waren wir mit den Mädels, die anderen zwei deutschen FSJ’lern und ich in einem Museum der portugiesischen Sprache. War sehr interessant und einige Dinge konnte ich sogar verstehen
Und der Eintritt hat gerade mal 1,50 Euro gekostet 
Dann gibt es Freitags immer einen Mitarbeitergottesdienst in der Missionsstation, dort wird dann gesungen, gebetet und aus der Bibel gelesen. Interessant ist die Art und Weise wie gebetet wird, zum Beispiel beten die vor dem Essen immer so lange oder manchmal legen alle die Arme auf den Nachbar oder man
legt seine Hand auf denjenigen für den man betet, das fand ich irgendwie cool.
Ach ja und dann waren wir auch noch in einem Supermarkt, weil wir zum Abendessen Pizza gegessen haben. Und dann haben wir auch mal Obst probiert, also der GEschmakc ist ja ganz anders als in Deutschland, viel besser. Mango gab es mal zum Frühstück, Ananas und so noch ein paar andere, die ich hier zum ersten Mal
probiert habe. Auf der Farm, der Reha-Einrichtung wächst das Obst teilweise sogar auf den Bäumen und man kann sich das dann abpflücken und essen, freu mich schon drauf. Da komme ich dann in fünf Wochen hin. Dort ist man dann wirklich auf dem Land und fern ab von aller Zivilisation. Aber das heißt auch, dass es dort
Tierchen gibt, die nicht zu meinen Lieblingstieren gehören, Spinnen, Schlangen und Fröschen, die auch teilweise giftig sind. Naja, mal sehen, ob ich mich an die gewöhnen kann.
Ach ja, dass muss ich noch erzählen, denn ich hatte meine erste Begegnung mit einer Karkalake, keine Ahnung, wie das geschrieben wird. Wir saßen im Wohnzimmer auf dem Sofa und plötzlich kommt ein kleines Mädchen angelaufen und zeigt auf etwas auf dem Boden. Als wir runter guckten entdeckten wir dieses Ding. Eine ältere Frau
stand prompt auf und trat auf dieses Tierchen, das sah vielleicht ecklig aus. Später am Abend musste ich vor dem Einschlafen noch daran denken und habe einfach gebetet, dass nachts keine mehr auftaucht. Davor haben mich die Leute schon gewarnt, mir war aber nicht bewusst, dass ich schon so früh auf eine treffe. 
In dem Geschäft gibt es auch deutsche Schokolade, die aber übels teuer ist, so 50 Gramm oder so kosten an die 3 Euro, Kinderschokolade zum Beispiel. Aber leider haben die keinen Mars hier, denn den den ich mir aus Deutschland mit genommen habe, habe ich schon aufgegessen und manchmal wünsche ich mir so sehr einen.
Wir fahren immer mit dem Zug ins Zentrum wo die Mission ist und ich habe noch nie so volle Züge erlebt und wenn man denkt, es passt keiner mehr rein, dann geht trotzdem noch was. Das ist voll lustig, denn manchmal ist man so eingeklemmt, dass man sich nicht festhalten braucht, denn umkippen kann man eh nicht.
Obwohl hier Herbst ist, ist es wahrscheinlich trotzdem wärmer als im Sommer in Deutschland. Am Samstag staunte ich nicht schlecht als ich sah, dass die Temperatur auf die 40°C stieg, dies war in der Sonne. Abrt trotzdem hatten wir an die 35°. An manchen Tage, eigentlich an fast allen, lauf ich mit Flip Flops und T-Shirt rum. Aber immer
eine Regenjacke und ein Pulli im Rucksack, denn abends kann es durchaus kalt werden und Regen kann einen auch überraschen.
Am Samstag-Nachmittag war dann so ne Art “Jungesellen-Abschied” von einer Frau. Dort war dann auch die Begegnug mit der Karkalake
Das läuft so ab, dass jede Frau eine Einladung bekommt, wo drauf steht, was man als Geschenk mit bringen soll. Dieses Geschenk muss man dann so verpacken, dass die Frau, die heiratet, nicht erraten kann was drin ist.
Dann muss sie das auspacken und raten was drin ist und wer es ihr geschenkt hat. Rät sie falsch, dann muss sie was machen, entweder ein Lied singen oder wird angemalt oder so. Rät sie aber richtig, dann wird die Person, die es geschenkt hat, angemalt oder so. Soll normal total lustig sein, leider wollte es diese Frau jetzt net so haben.
Ach ja, was ich am Samstag noch gesehen habe, ist wie die hier parken. Also parken in zweiter Reihe ist nichts dagegen. Hier werden auf einem Parkplatz so viele Autos rein gefahren bis wirklich kein Platz mehr ist. Keine Ahnung was der macht, der als allererste kam,denn der ist nun zugeparkt und der kann nicht raus, ehe die anderen Autos davor nicht weg gefahren werden.
Keine ahnung wie die das dann da machen. War auf jeden Fall total lustig zu sehen.
Und dann war ja schon wieder Sonntag. Ganz ungewohnt für mich, man geht hier abends in den Gottesdienst und hat dann den ganzen Vormittag und Nachmittag frei. Zum Frühstück gibt es hier Brötchen mit Margarine, in der viel Salz drin ist, für meinen Geschmack. Und dazu gibt es dann übersüßten Kaffee, aber zum Glück gibt es einen Diabethiker und darum auch eine Kanne ungesüßten Kaffee.
Und zum Mittag gibt es dann wieder Reis und Bohnen
Und das sogar zweimal am Tag.
Aber dazwischen gibt es dann noch Kuchen..mmmh…der war echt lecker gestern.
Und abends sind wir dann in einen Gottesdienst gegangen. Ja, wie soll ich sagen,dass war eine neue und andere Erfahrung.
Zu erst einmal, wir sind mit dem Bus dahin gefahren. Fast hätten wir ihn verpasst, weil es irgendwie nicht klar war, welcher der unsere ist. Wir haben dann den richtigen genommen und das war fast wie Achterbahn fahren. Am Anfang dachte ich, dass ich lieber meine Tabletten gegen Übelkeit eingepackt hätte. Aber man hat sich dann doch daran gewöhnt. Hier geht es auch immer wieder steil
bergauf und genau da ist dann auch meist eine Haltestation. Ich fragte mich, wie der Bus da wohl dann wieder anfahren würde, aber irgendwie kriegen die es immer wieder hin und dann fahren die auch mit solch einer Geschwindigkeit. Also wenn du da mal stehen musst, weil kein Platz ist, dann musst du dich gut festhalten 
Und in diesen Bussen gibt es neben dem Busfahrer noch einen Mann, der nur dafür da ist damit man bei ihm die Fahrkarte bezahlen kann. Ach ja und was noch ganz witizg ist. Hier gibt es für Menschen ab 60 Jahren und auch für Schwangere und so besondere Sitze und auch Zugabteile. Von Montag bis Freitag von 16-19 Uuhr dürfen nur diese Menschen diese Abteile nutzen.
Auf jeden Fall waren wir dann im Gottesdienst. Ganz anders als in Deutschland und schon charismatisch, obwohl man mir sagte, dass dieser Gottesdienst noch ganz human war. Ein Lied kannte ich sogar,was wir dort gesungen haben
Hier in Brasilien da macht jeder Musik, ob er es gut kann oder nicht, auch singt jeder, obwohl das manchmal mehr ein Schreien ist und auch nicht immer ganz richtig
gesungen ist. Wenn es dann zum gemeinsamen Gebet kommt, dann fasst man sich dort an den Händen und alle beten gemeinsam und dabei werden sie immer lauter, habe ich das Gefühl. Ich fand es war eine gute Erfahrung und ich bin gespannt auf weitere Gottesdienste.
Leider kann ich euch nicht immer Bilder zeigen, weil ich in der MIssionsstation ins Internet gehe, aber vielleicht klappt es ja mal und dann zeig ich mal ein paar Bilder.
Die Natur ist einfach toll hier. Am Straßenrand wachsen Blumen, die wir zu Hause um Blumentopf haben und dann gibt es auch viele Palmen einfach so auf der Straße. LEtzens habe ich sogar, glaube ich, Bohnen am Straßenrand wachsen sehen. Es gibt vieles schönes und dann aber auch vieles, was nicht so gut ist. Denn man merkt an viele Stellen, dass die Armut groß ist. Wenn man dann die Obdachlosen unter der Brücke schlafen sieht oder den vielen Müll, dann merkt man schnell,
dass die schöne Natur nicht alles ist.
Und nun beginnt eine neue Woche für mich, meine zweite Woche. SO langsam kennt man die Abläufe und ungefähr wo was steht. Ich bin gespannt, wie es wird und was ich so alles erleben werde.
By Julia Ott
…Bald ist es schon eine Woche, dass ich in Brasilien bin. Und mittlerweile habe ich auch die Zeitumstellung einigermaßen in den Griff bekommen. Wir haben jetzt 21 uhr, während es in Deutschland schon 2 uhr nachts ist. Witzig ist auch, dass sich mein Funkwecker nicht umgestellt hat, sondern immer noch auf deutsche Zeit eingestellt ist. Ich muss immer 5 Stunden zurück rechnen, um zu wissen, wann ich aufstehen muss. Ich weiss nämlich nicht, wie man den Wecker selber umstellt. Naja, ich habe das Gefühl, dass wird nicht das einzig seltsame sein, was ich erleben werde.
Hab ich schon vom Geld abheben erzählt? Weiss ich nicht mehr, aber auf jeden Fall ist das spannender als in Deutschland. Wenn man das Geld abgehoben hat, dann tut man es gleich in mehrere Hosentaschen, um es vielleicht sicher nach Hause zu bringen. Auch öffnet man sein Portemonaie nicht einfach so in der Öffentlichkeit. Ist einfach zu gefährlich.
Ach ja und Handy haben lohnt sich hier auch. Man lädt seine Karte mit 10 Reals pro Monat auf (im Moment sind das so um die 4 Euro) und hat dann am Tag einen Wert von 20 Reals, den man abtelefonieren kann. Wenn sich das mal nicht lohnt. Generell ist hier einiges günstiger als in Deutschland. Zum Beispiel kann man ein Kopfkissen schon für umgerechnet 3 Euro kaufen.
Ich habe auch schon typisch brasilianische Sachen gegessen, weiss nicht, wie man das schreibt, aber das heißt “Tapiaoka”. Das ist so Teig aus Reis oder sowas und da zwischen gibt es dann verschiedene Beilagen, das ist voll lecker. Oder heute habe ich Zurckerrohr probiert, das war auch toll. Nur darf man davon nicht allzu viel essen.
Oh ja und dann haben wir nach der Arbeit einmal typisch brasilianischen Schokoladenkuchen (bollo de chocolateria) gegessen. Das war so gut, kann ich euch sagen. Mmmmh, wenn ich nur daran denke, könnte ich schon wieder ein Stück essen.
Aber eine Sache, die ist hier nicht gut. Und das ist der Kaffe. Ich liebe ja Kaffe, aber ich hoffe, dass gewöhne ich mir in dieser Zeit nicht ab. Der Kaffe ist hier so süüüüüß. Der Zucker wird schon von Anfang an in den Kaffe mit rein getan, das heißt, man kann den gar nicht mehr da raus nehmen.
Am Mittwoch habe ich in der MIssionsstation zu Mittag gegessen, ich war ganz alleine mit Brasilianern. Und es gab typischerweise Reis und Bohnen und dazu auch noch Hühnchen.
Und da dachten die, sie könnten mich rein legen und haben mir versucht zu erzählen, dass wir Taube gegessen haben und das man das in Brasilien nur macht. Die versuchen einen oft auf den Arm zu nehmen, und dann wollen sie immer, dass man schwere Worte auf portugiesisch sagt und finden das dann immer total lustig, wenn man es nicht ganz so gut ausspricht.
Am Donnerstag haben wir Kleider sortiert. Die MIssion bekommt da immer Spenden und die müssen dann sortiert werden für die unterschiedlichen Gruppen. Das hat fast den ganzen Nachmittag gedauert und danach gab es dann wieder Reis und Bohnen.
Es gefällt mir sehr gut hier. Das einzige, was mir Probleme macht ist die Sprache. Man fühlt sich irgendwie schon komisch, wenn man deneben steht und nichts versteht, außer einige Worte. Oder die denken man könne portugiesisch und reden mit einem, man selber lächelt nur, bis der andere dann versteht, dass man kein Wort verstanden hat. Aber trotzdem bemühen sich einige doch, versuchen dann auf englisch zu reden. Ist schon lustig, aber dann auch wieder nicht.
Es wäre so schön, wenn man die Sprache schon könnte. Jeden Tag bete ich, dass ich mehr und mehr verstehe. Danke, wenn du mit betest.
Weiter unten habe ich noch einige Fotos, falls es dich interessiert, wie es hier ausschaut. Es sind aber wirklich nur ein paar.